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Wertvoller Neuzugang für die städtische Sammlung des FARB Forum Altes Rathaus Borken

Übergabe eines barocken Gemäldes mit historischer Ansicht von Haus Pröbsting aus der Zeit um 1700

Die Stadt Borken freut sich über einen wertvollen Neuzugang zu ihrer stadtgeschichtlichen Sammlung. Christian Möller und seine Schwester Cornelie Möller übergaben am Dienstag, 27.08.2019, ein barockes Gemälde mit einer historischen Ansicht von Haus Pröbsting aus ihrem Familienbesitz an das FARB Forum Altes Rathaus als Dauerleihgabe in die Sammlung der Stadt.

Das Bild zeigt das Herrenhaus Pröbsting mit all seinen Nebengebäuden, Gräften und Türmen inmitten einer um 1700 entstandenen aufwendigen Gartenarchitektur. Christian Möller und seine Schwester sind Nachkommen aus der Familie von Karl van Basse, früherer Landrat des Kreises Borken und ein ehemaliger Eigentümer von Haus Pröbsting. Auch die Schriftstellerin Ilse von Stach (1879-1941) entstammte dieser Familie.

In Vogelperspektive blickt man von Westen auf die prächtige Anlage aus Allee, Vorburginsel, Hauptinsel mit Herrenhaus und die südlich sich anschließende Gartenanlage mit Broderieparterre, Gartenhäuschen und von Hecken umstandenen Bosquet. Nördlich fließt die Aa vorbei, die eine Insel mit Leinenbleiche umschließt und in eine Wassermühle mündet.

Geschichte von Haus Pröbsting

Über den Maler ist nichts bekannt. Einen Datierungshinweis gibt das in der Mitte des Himmels befindliche, von Greifen gehaltene Wappen der Herren von Wylich.

Die Herren von Wylich sind seit Mitte des 16. Jahrhunderts die Eigentümer von Haus Pröbsting, das sie nach dem Tod des Voreigners Jost von Gemen zu Pröbsting (1559) erwarben. Vier Generationen lang bleibt es in ihrem Besitz. Der letzte, Dietrich von Wylich (gest. 1718) ließ den Turm der barocken Anlange errichten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Gemälde den um 1700 erreichten Ausbauzustand der Anlage dokumentiert.

Ab 1714 und nach dem Tod Dietrichs von Wylich wechselten die Besitzer des Gutes in schneller Folge, bis 1813/1814 Karl van Basse, Landrat des Kreises Borken, das Haus erwarb. Sein Enkel Georg von Stach von Goltzheim erbte es von ihm Mitte des 19. Jahrhunderts.

Georg von Stach von Goltzheim (1849-1920, verheiratet mit Margarete von Barby 1856-1888) war der Vater von Maria van Stach (1876?1948), Hans van Stach (geb. 1877) und Ilse von Stach (1879-1941). Nach dem Tod seiner Frau (1888) verkaufte Georg von Stach (1889 oder 1895) Pröbsting aus wirtschaftlichen Gründen.

1901 heiratet sein Sohn Hans von Stach von Goltzheim die vermögende Olga Alsen. So konnte Hans einen großen Teil des Inventars des Herrenhaues für die Familie von Stach zurückkaufen. Auf diese Weise blieb das Gemälde, das wohl seit seiner Entstehung auf Haus Pröbsting hing, im Familienbesitz. Olga Alsen und Hans von Stach vermachten das Gemälde ihrer jüngsten Tochter Margarete (1909-2008). Diese hat nach Auskunft ihres Sohnes Christian Möller das Bild immer sehr geliebt. Es war Teil des Familienlebens und gehörte zu seiner Kindheit, wie Christian Möller selbst berichtete.

Herrn Möller und seiner Schwester Cornelie war es ein besonderes Anliegen, das Gemälde im Andenken an seine Mutter in öffentliche Hand zu geben und an einem Ort zu wissen, wo es aufgrund seiner lokalen Bedeutung wertgeschätzt wird. Dieser Aufgabe will die Stadt Borken gerne nachkommen.

FARB-Leitung Dr. Britta Kusch-Arnhold freut sich über den Neuzugang: „Diese neue Dauerleihgabe stellt eine wichtige Erweiterung der ortsgeschichtlichen Sammlung dar. Nicht nur wird damit der Blick auf die seit je her mit der Geschichte Borkens eng verknüpfte Geschichte der umliegenden Herrenhäuser und Güter eröffnet. Das Bild ist auch ein wichtiger Beitrag, die Sammlung zur Kunst und Geschichte der frühen Neuzeit der Stadt und der Region zu erweitern.“

Bildzeilen:
Das Ölgemälde zeigt
Haus Pröbsting von Westen aus in Richtung Borken. Der Maler ist unbekannt, um 1700. © Stadt Borken

Nach einem kurzen Vortrag von Herrn Möller übergab er mit seiner Schwester Cornelie das Gemälde im Beisein von Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing, Anna Grütering-Woeste und Heiner Teroerde an FARB-Leiterin Dr. Britta Kusch-Arnhold. © Stadt Borken